Stille Bedrohung: Nichtübertragbare Krankheiten verstehen und vorbeugen
Nichtübertragbare Krankheiten: Die stille Bedrohung und wie Sie sich schützen können Stellen Sie sich vor, fast drei von vier Todesfällen weltweit haben ei
Nichtübertragbare Krankheiten: Die stille Bedrohung und wie Sie sich schützen können
Stellen Sie sich vor, fast drei von vier Todesfällen weltweit haben eine gemeinsame Ursache – und es ist keine Infektionskrankheit. Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) wie Herzinfarkt, Diabetes oder Krebs sind heute für 74 % aller Todesfälle auf unserem Planeten verantwortlich. Im Gegensatz zu Viren oder Bakterien breiten sie sich nicht aus – sie entwickeln sich vielmehr schleichend, oft über Jahre. Dieser Beitrag erklärt, was NCDs sind, welche Risikofaktoren uns alle betreffen und wie wir ihnen gemeinsam begegnen können.
Was sind Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs)?
Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) sind chronische Erkrankungen, die meist langsam fortschreiten und nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Hauptgruppen sind:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Krebs
- Diabetes
- Chronische Atemwegserkrankungen (z.B. COPD, Asthma)
Diese Krankheiten verursachen nicht nur immenses individuelles Leiden, sondern belasten auch Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften weltweit erheblich.
Die Hauptrisikofaktoren: Wo liegen die Ursachen?
Die Entwicklung von NCDs wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, aber ein großer Teil davon hängt direkt mit unserem Lebensstil zusammen. Dazu gehören:
- Ungesunde Ernährung: Hoher Konsum von Zucker, Salz und gesättigten Fetten.
- Mangelnde körperliche Aktivität: Ein sitzender Lebensstil ist weit verbreitet.
- Tabakkonsum: Rauchen schädigt fast jedes Organ im Körper.
- Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum ist ein bekannter Faktor.
Es gibt natürlich auch nicht-veränderbare Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht oder genetische Veranlagung. Doch der Fokus liegt auf den Aspekten, die wir beeinflussen können. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wären bis zu 80 % der vorzeitigen Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Diabetes durch die Reduzierung dieser Hauptrisikofaktoren vermeidbar.
Ein globales Problem mit lokalen Auswirkungen
Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) stellen ein immenses globales Gesundheitsproblem dar. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind sie für 74 % aller Todesfälle weltweit verantwortlich – das sind jährlich rund 41 Millionen Menschen, die an NCDs sterben (Stand: WHO Fact Sheet, aktualisiert 2023/2024 mit Daten bis 2020). Besonders besorgniserregend ist, dass ein Großteil dieser Todesfälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftritt, wo der Zugang zu Prävention und Behandlung oft eingeschränkt ist. Dies hat nicht nur soziale, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Folgen, da es die Produktivität mindert und Familien in die Armut treibt.
Prävention und Kontrolle: Was können wir tun?
Der Kampf gegen NCDs erfordert einen umfassenden Ansatz, der sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Maßnahmen umfasst:
- Auf individueller Ebene: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Tabak und der moderate Genuss von Alkohol sind entscheidend. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.
- Auf gesellschaftlicher Ebene: Regierungen und Gesundheitssysteme müssen Präventionsprogramme stärken, den Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsversorgung und präventiven Maßnahmen verbessern und gesündere Lebensweisen durch politische Maßnahmen fördern. Dazu gehören die Regulierung von Marketing und Werbung für ungesunde Produkte, die Verbesserung des Zugangs zu gesunden Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen sowie die Förderung von Bewegungsmöglichkeiten. Ein diskutiertes Instrument zur Reduzierung des Konsums zuckerhaltiger Getränke ist die sogenannte ‚Zuckersteuer‘, die in Ländern wie Großbritannien oder Mexiko bereits erfolgreich implementiert wurde und auch in Deutschland eine regelmäßige politische und gesundheitspolitische Debatte darstellt.
Fazit
Nichtübertragbare Krankheiten sind eine enorme Herausforderung, aber kein unvermeidliches Schicksal. Die gute Nachricht: Ein Großteil davon ist vermeidbar. Indem wir bewusst unsere Ernährung gestalten, regelmäßig aktiv werden, auf Tabak verzichten und Alkohol nur in Maßen genießen, können wir unsere Gesundheit entscheidend beeinflussen. Beginnen Sie heute – mit einer kleinen Änderung. Denn Ihre Entscheidung zählt.